Monster Chetwynd (*1973, London) gehört zu den eigensinnigsten Stimmen der Gegenwartskunst. Ihre Praxis ist eine radikale Absage an sterile Hochglanzästhetik und konventionelle Autorschaft; stattdessen kultiviert sie ein organisches, kollektives und bewusst dilettantisches Universum. In ihrer Welt verschmelzen Performance, Skulptur, Installation und Kostüm zu einem Gesamtkunstwerk, das gleichermaßen auf Antike, Popkultur und B-Movies zurückgreift wie auf subversive Praktiken der 1960er-Jahre.

Ihre Performances erinnern an Rituale – halb Improvisation, halb Choreografie, stets überbordend. Sie sind durchdrungen von Humor, anarchischer Energie und einer beinahe kindlich anmutenden Lust am Spiel. Die Künstlerin bezieht regelmäßig Freunde, Familie und nicht-professionelle Mitwirkende in ihre Inszenierungen ein, wodurch sich ihre Werke jeglicher Vorstellung eines abgeschlossenen, kontrollierten Kunstwerks entziehen. In gewisser Weise führt die englische Künstlerin das Theater in die bildende Kunst zurück, nicht als ephemeres Beiwerk, sondern als zentrale Strategie künstlerischer Welterzeugung.   Ein wiederkehrendes Motiv in Chetwynds Werk ist das „Monströse“. Nicht nur ihr selbstgewählter Künstlername (den sie 2018 in „Monster Chetwynd“ änderte) evoziert die Groteske, das Exzentrische, das Ungeheuerliche – auch ihre Skulpturen und Performances zelebrieren das Abweichende. Dabei ist das Monster nicht nur eine ästhetische Figur, sondern auch ein politisches Statement: Es steht für das Andere, das Unangepasste, das Widerständige. In einer neoliberalen Kunstwelt, die zunehmend auf Marktförmigkeit und Effizienz getrimmt ist, stellt sie dem ein bewusst chaotisches, entgrenztes und unmarktfähiges Werk gegenüber.


Im Rahmen der Premierentage.

Kunstraum Innsbruck

Maria-Theresien-Straße 34
6020 Innsbruck

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