Vortrag

Die Schwarzen Mander in Innsbruck: Analyse, Gusstechnologie und Rekonstruktion

Die 28 „Schwarzen Mander“ gehören zweifellos zu den wichtigsten monumentalen Statuen der Renaissance. Sie wurden zu Beginn des 16. Jahrhunderts von Kaiser Maximilian I. für sein Grabmal in Auftrag gegeben und mehr als 30 Jahre nach dem Tod des Kaisers fertiggestellt.

Im Rahmen eines vom FWF geförderten, internationalen wissenschaftlichen Projekts wurden bereits die chemische Zusammensetzung der Messing- und Kupferstatuen und der verschiedenen Teile, aus denen sie hergestellt wurden, identifiziert. Darüber hinaus wurden Originalmanuskripte und Briefe zwischen Maximilian I. und den verschiedenen Künstlern analysiert. Zusammengenommen liefert dies eine erste Einschätzung des komplexen Herstellungsprozesses und der Herausforderungen, denen sich die Künstler bei der Schaffung der Statuen gegenübersahen.

Erstmalig werden auch Gussexperimente mit rekonstruierten, zeitgenössischen Technologien durchgeführt, deren Ergebnisse hier präsentiert werden sollen.


Literatur: Mödlinger, M., Asmus, B., Ghiara, G. The “Schwarze Mander” of the court church in Innsbruck, Austria: manufacture and production of monumental brass statues in the Renaissance. International Journal of Metalcasting 2024. doi: 10.1007/s40962-024-01299-4

Vortragende

Marianne Mödlinger

schloss ihr Doktoratsstudium der prähistorischen und historischen Archäologie mit Schwerpunkt auf Bronzeherstellung, -technik und -verwendung an der Universität Wien ab. Im April 2017 habilitierte sie sich in Archäologie in Italien und promovierte 2023 in Materialwissenschaften an der Universität Genua. Als Projektleiterin und Hauptforscherin für mehrere internationale und interdisziplinäre Projekte (finanziert durch FP7, H2020, FWF und andere) verbrachte sie viel Zeit im Ausland an verschiedenen Forschungseinrichtungen (Universitäten von Bordeaux und Genua). M. Mödlinger verfügt über herausragende Kenntnisse in der Metallurgie und den Herstellungstechniken von Kupferlegierungen. Sie hat drei Bücher und über 90 Buchkapitel und Artikel veröffentlicht, hauptsächlich in begutachteten internationalen Fachzeitschriften, über 70 Vorträge gehalten und wird regelmäßig als Dozentin eingeladen.

und

Bastian Asmus

erhielt 1996 sein Gesellenzeugnis mit Auszeichnung von der Lenz-Gießerei in Nürnberg. Diese Gießerei besteht seit 200 Jahren und viele traditionelle Werkzeuge und Techniken werden dort praktiziert. Er verbrachte ein weiteres Jahr in der Alfred Zöttl Kunstgiesserei in Wien, wo er Skulpturen für Alfred Hrdlicka goss und seine Sandgusstechniken perfektionierte. Er beherrscht alle Gussverfahren, darunter Sand-, Wachsausschmelz- und Tonverfahren. Er hat Epitaphien, Skulpturen, Kessel, Mörser, Kanonen, Glocken und viele Werkzeuge aus der Bronzezeit gegossen. 2002 erwarb er seinen MSc in Archäologie an der Universität Kapstadt. Im Jahr 2011 promovierte er am renommierten University College London in Archäometallurgie zum Thema mittelalterliche Kupferverhüttung im deutschen Harz. Im Jahr 2011 gründete er das Labor für Archäometallurgie, das sich mit der Verbindung von Handwerkskunst, Materialwissenschaft und Archäologie in Bezug auf das Metallhandwerk unserer Vorfahren befasst.

In Kooperation mit dem

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