Konzerte in dieser Reihe
Liebe Freundinnen und Freunde der Innsbrucker Hofmusik!
Auch heuer wieder ist es uns ein Herzensanliegen, Ihnen in unserer Reihe außergewöhnliche Konzerterlebnisse in einem einzigartigen Ambiente zu bieten. Ausgehend von der reichen Tradition höfischer Musikpflege in Innsbruck steht die Musik in den Habsburgerresidenzen im Fokus der Konzertreihe Innsbrucker Hofmusik.
Unsere Reihe wird von den Tiroler Landesmuseen getragen. Seit 2022 unterstreicht sie die Bedeutung Innsbrucks als Pflegestätte Alter Musik und setzt neue Akzente. Der einzigartige Klangraum Hofkirche ist unser Dreh- und Angelpunkt, profunde Grundlagenforschung die solide Basis für die Programmierung der Projekte. Sie ist für uns ein kreativer Prozess, in den viele Ideen einfließen, die ihrerseits auf dem intensiven Studium zum Teil bislang völlig unbeachteter Quellen beruhen. Manchmal ergibt sich erst im Zuge der Bündelung der vielen Ideen ein thematischer roter Faden, so auch im Jahr 2026: Diesmal sind es in mehreren unserer Konzerte starke Frauen, die im Mittelpunkt stehen.
Im April widmen wir uns ein weiteres Mal Claudio Monteverdis „Selva morale et spirituale“. Diese epochale Sammlung ist einer Frau gewidmet, Eleonora, der ersten Kaiserin aus dem Mantuaner Geschlecht der Gonzaga, dem Monteverdi 22 Jahre lang treue Dienste erwies. Im Oktober widmen wir uns kleiner besetzter Sakralmusik, die „Habsburgs musiknärrischen Fürstinnen“ gewidmet ist – in diesem Fall beispielsweise den Tiroler Landesfürstinnen Claudia und Anna de‘ Medici sowie Claudias Töchtern Isabella Clara und Claudia Felice. Erstere heiratete den Herzog von Mantua Ferdinando Carlo, zweitere Kaiser Leopold. Alle diese Fürstinnen waren musikalisch hochgebildet und förderten die Künste.
Im November huldigen wir einer der bedeutendsten Musikmäzeninnen des 17. Jahrhunderts und einer in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen Frau, Königin Christina von Schweden. Nach ihrer Abdankung trat sie in der Innsbrucker Hofkirche feierlich öffentlich zum katholischen Glauben über. 1662 stattete sie Innsbruck einen zweiten Besuch ab, aus Rom kommend, wo sie einen florierenden Musenhof etabliert hatte. Wir präsentieren Musik von Komponisten, die sie förderte und an ihren Hof zog – und Ausschnitte aus den Festopern, die Erzherzog Ferdinand Karl ihr zu Ehren in Innsbruck mit verschwenderischem Pomp aufführen ließ.
Zwei Konzerte sind Jubiläen geschuldet: Im Mai erweisen wir einem musikalischen Jahresregenten unsere Reverenz, dem vor 400 Jahren geborenen Komponisten Giovanni Legrenzi. Seine Werke wurden in Tirol musiziert, sein Oratorium „La morte del cor penitente“ noch Jahrzehnte nach seinem Tod am Wiener Kaiserhof aufgeführt. Im Juni wagen wir uns an eine musikalische Rekonstruktion der pompösen Hochzeitsfeierlichkeiten, die vor 400 Jahren in der Hofkirche anlässlich der Vermählung von Erzherzog Leopold V. und Erzherzogin Claudia de‘ Medici stattfanden. Klangprächtige Musik des Innsbrucker Lokalheros Johann Stadlmayr steht dabei im Mittelpunkt.
Im September ist Musik des Innsbrucker Hofkapellmeisters Jakob Regnart zu hören – Musica sacra aus einer der Glanzzeiten der Innsbrucker Hofkapelle unter Erzherzog Ferdinand II. Bei einem solchen Projekt kommt selbstverständlich auch die weltberühmte Chororgel von Jörg Ebert zum Einsatz, ein einzigartiges Originalinstrument aus der Zeit der Spätrenaissance.
Vor unseren Konzerten bieten wir künftig regelmäßig eine Kombination aus Einführung und Vorkonzert. Ein Höhepunkt wird die Präsentation des Violone von Simon Gföller (Schwaz 1645) sein. Dieses Instrument wird im Oktober zum Einsatz kommen und bei der Einführung vorgestellt werden. Die Innsbrucker Hofmusik wird auch heuer wieder außerhalb Innsbrucks bei Festivals und Konzertreihen zu Gast sein, u. a. beim Festival Musica Sacra Bozen-Trient. Fortgesetzt wird auch die Kooperation mit dem Benedikt Anton Aufschnaiter-Dokumentationszentrum in Kitzbühel.
Nutzen Sie unseren Newsletter, um informiert zu bleiben. Und einige musikalische Highlights können Sie in unserem Youtube-Kanal auf der Plattform „Südtirol in Concert“ nachschauen und nachhören, aber nichts geht über das Live-Erlebnis im prachtvollen Ambiente der Innsbrucker Hofkirche. Hören Sie, staunen Sie, kommen Sie wieder!
Marian Polin
Künstlerischer Leiter
DER MUSIK RAUM GEBEN
Die Innsbrucker Hofkirche bietet einzigartige Voraussetzungen für Musik. Sie ermöglicht ein Musizieren an weitgehend unverändert erhaltenen Originalschauplätzen, verfügt über eine einzigartige Akustik und beherbergt drei außergewöhnliche Orgeln – die Chororgel von Jörg Ebert von 1558 als älteste spielbare Orgel Österreichs, die italienische Renaissance-Orgel in der Silbernen Kapelle (um 1580) als weltweit ältestes Instrument der Organo di legno-Tradition und ein klangschönes Orgelpositiv von Johann Caspar Humpel (um 1700).
AUS DER FÜLLE SCHÖPFEN
Musik aus der Blütezeit höfischer Musikpflege in Innsbruck steht im Mittelpunkt der „Innsbrucker Hofmusik“. Der Fokus liegt auf den internationalen Vernetzungen der Musikmetropole Innsbruck von der Spätrenaissance bis zum Hochbarock und auf der Musik der Habsburgerresidenzen. Die Innsbrucker Hofkapelle pflegte ein reiches Repertoire geistlicher und weltlicher Musik. Aus dieser Fülle schöpfen wir, um höfische Prachtentfaltung in die Gegenwart zu holen.
IN DIE TIEFE GEHEN
In jedem unserer minutiös konzipierten Musikprojekte nutzen wir die Möglichkeiten des Klangraums Hofkirche neu – jedes Konzert wird zum Experimentierfeld einer fundierten historischen Aufführungspraxis abseits von Konventionen. Die Konzertprogramme sind zudem das Ergebnis intensiver quellenkundlicher Grundlagenforschung – viele Werke erklingen erstmals in neuerer Zeit. Die Tiroler Landesmuseen unterstreichen damit ihre Bedeutung als Kompetenzzentrum zur Tiroler Musikgeschichte.
AN EINE GROSSE TRADITION ANKNÜPFEN
In der Renaissance und in der Barockzeit war der Innsbrucker Hof Dreh- und Angelpunkt für die musikalische Elite Europas. Bei der „Innsbrucker Hofmusik“ knüpfen wir mit herausragenden Musiker*innen an diese große Tradition an. Das „Ensemble der Innsbrucker Hofmusik“ musiziert in wechselnden Besetzungen, rekrutiert sich aus renommierten Spezialist*innen und steht unter der Leitung von Marian Polin, der sich als Continuospieler, Solist und Ensembleleiter einen exzellenten Ruf erworben hat.

© Klemens Weisleitner
Link
zu Bild Ebertorgel_Hofkirche_c_KlemensWeisleitner_scaled_2800x2176_2022_4 Link zu Bild Link
zu Bild HOFKIRCHE_Ebert_Orgel_c_Alexander Haiden Link zu Bild Link
zu Bild Ebertorgel_Hofkirche_c_KlemensWeisleitner_scaled_2000x1331_2022_5 Link zu Bild Link
zu Bild Ebertorgel_Hofkirche_c_KlemensWeisleitner_scaled_1800x1198_2022_2 Link zu Bild Link
zu Bild Ebertorgel_Hofkirche_c_KlemensWeisleitner_scaled_1800x1018_2022_3 Link zu Bild Link
zu Bild Ebertorgel_Hofkirche_c_KlemensWeisleitner_scaled_1600x1471_2022_1 Link zu Bild
Die Ausführenden
- Ensemble der Innsbrucker Hofmusik

Ensemble der Innsbrucker Hofmusik, Besetzung vom Konzert „Serenada della pace“ am 14.11.2025; © Reinhold Sigl Die Protagonist*innen des wechselnd besetzten Ensembles der Innsbrucker Hofmusik sind international gefragte Spezialist*innen für Alte Musik – ganz nach dem Vorbild der einstigen Innsbrucker Hofkapelle, deren Sänger und Instrumentalisten zu allen Zeiten der europäischen Musikerelite angehörten und international vernetzt waren. Im Sinne einer musikalischen Akademie gesellen sich zu den Stammgästen immer neue Spitzenkräfte, um der Vielfalt und dem höchsten Anspruch des habsburgischen Repertoires vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Rechnung zu tragen und gemeinsam an der Formung einer musikalischen Handschrift zu arbeiten. Profunde Kenntnis der historischen Aufführungspraxis und spielerischer Entdeckergeist mit Gespür für den einzigartigen musikalischen Originalschauplatz der Hofkirche machen die Innsbrucker Hofmusik zu einem fruchtbaren Experimentierfeld für historische Aufführungspraxis. Die Hofkirche mit ihren weltberühmten Renaissanceorgeln und einer fast lückenlos dokumentierten, erstklassigen Musikgeschichte wird somit nach Jahrhunderten wieder zu einem musikalischen Brennpunkt im Herzen Europas.
- Marian Polin, Künstlerische Leitung

Marian Polin, Künstlerische Leitung; © Reinhold Sigl Der Ensembleleiter, Organist und Spezialist für historische Tasteninstrumente Marian Polin stammt aus Mals im Vinschgau/ Südtirol. Studien in Kirchenmusik, Orgel, Cembalo und Generalbass in Wien, Linz, Mailand, Freiburg/Fribourg und Basel sind die Basis seines breitgefächerten Arbeitsfeldes. Dabei prägten ihn Lehrerpersönlichkeiten wie Jörg- Andreas Bötticher, Maurizio Croci, Lorenzo Ghielmi, Wolfgang Glüxam, Brett Leighton oder Pier Damiano Peretti.
Während und nach seinen Studien wirkte er als Leiter des Domchors an der Kathedrale Chur, als Organist an der kath. Allerheiligenkirche Zürich, als Kirchenmusiker und Leiter der „Capella Claudiana“ an der Jesuiten/-Universitätskirche Innsbruck sowie als Dozent für Kirchenmusik am Konservatorium „Claudio Monteverdi“ in Bozen. Seit 2016 ist er Chorleiter von „VocalArt Brixen“, seit 2021 setzt er als künstlerischer Leiter des internationalen Festivals „Orgel- Kunst Vinschgau-Meran“ Akzente in der Orgelszene.
Als künstlerischer Leiter der „Innsbrucker Hofmusik“ und des Ensembles „La florida Capella“ ist Polin ein international gefragter Interpret für die Musik der Renaissance und des Barock. Zahlreiche exemplarische (Erst-)Einspielungen sind auf CD-, Rundfunk oder Videoaufnahmen dokumentiert, wobei ihn mit der Reihe „Musikmuseum“ der Tiroler Landesmuseen eine langjährige Kooperation verbindet. Positiv aufgenommen wurde vor allem seine Interpretation von Monteverdis Marienvesper an der Ebertorgel der Hofkirche Innsbruck, die dem aktuellsten Stand der musikhistorischen Forschung entspricht.
Pionierarbeiten wie diese sind es, die Polin als Organist und Dirigenten zu zahlreichen internationalen Festivals und Konzertreihen führten, darunter unter anderem Bach-Consort Brescia, Baroque Spring Birzaj, Camerata di Cremona, Festival Musik & Kirche Brixen, Festtage Alter Musik Basel, Füssener Festtage Alter Musik, Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Milano Arte Musica, Orgelfestival Freiburg/ Fribourg, Orgelfestival Braga, Osterspiele Sterzing, Serate Musicali Milano, Società Filarmonica di Trento, Stockholm Early Music Festival, Tage Alter Musik in Herne/WDR, Tiroler Barocktage Götzens und Urbino Musica Antica.
Als Continuospieler arbeitete er mit Formationen wie Theresia Orchestra, Ensemble Le Filigrane, Marini Consort Innsbruck, Tiroler Barockinstrumentalisten, Ensemble Rosarum Flores, Concerto dei Venti, Ensemble Oltremontano oder Capella Cracoviensis zusammen. Sein umfassendes Wissen über historische Tasteninstrumente und Klangräume, welches er gekonnt mit allen Bereichen der historischen Kirchenmusik und -musizierpraxis verbindet, machen ihn zum gern gesehenen Experten in interdisziplinären Projekten, wie dem vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten und an der Kunstuniversität Graz angesiedelten Forschungsprojekt „Performance Practise at the Graz Court around 1600“. Als Fachmann für historische Orgeln arbeitet er regelmäßig mit namhaften Orgelbauern, Organologen und Institutionen wie dem Kloster St. Johann Müstair (UNESCO-Weltkulturerbe) zusammen.
Preise: 3. Preis beim „Grand Prix d’Echo“ (Treviso, 2017); H. I. F. Biber-Preis für Alte Musik (St. Florian, 2021/La florida Capella); 1. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb „Daniel Herz“ (Brixen, 2022). Weiters war er Stipendiat der „Fondation Académie d’Orgue Fribourg/Freiburg“, „Prix d’excellence“ für seine Abschlussarbeit an der Haute École de Musique Lausanne.
Tickets
- Kategorien mit freier Platzwahl
Regulär € 35
Ermäßigt* € 25
Schüler*innen, Studierende bis 27 J. € 10* Senior*innen >60, Ö1-Clubmitglieder, Club-TT Mitglieder, Mitglieder des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und des Vereins der Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums
- Abonnement
Die Tiroler Landesmuseen bieten die Möglichkeit eines Abos für 6 Konzerte der Innsbrucker Hofmusik mit 20 % Ermäßigung zu den jeweiligen Kartenpreisen im Vergleich zum Einzelticketkauf (nicht für Preiskategorie Schüler*innen/Studierende).
6 Konzerte im Abo regulär € 168
6 Konzerte im Abo ermäßigt € 120 - Kontakt und Kartenvorverkauf
Karten können über die Museumskassa Tiroler Volkskunstmuseum oder online über die Website der Tiroler Landesmuseen sowie an der Abendkassa erworben werden.

© TLM/Klemens Weisleitner
Musiksammlung
Die Musiksammlung widmet sich der umfassenden Dokumentation der Tiroler Musikgeschichte und -gegenwart. ...
Veranstaltungen in dieser Reihe
24 Apr
Freitag, 22.5.2026 | 19 Uhr
Innsbrucker Hofmusik 2
LA MORTE DEL COR PENITENTE 22 Mai
Freitag, 25.9.2026 | 19 Uhr
Innsbrucker Hofmusik 4
Die Nymphen des Inns 25 Sep
30 Okt












