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3.6.2022
3 min
Elisabeth Probst, M.A.

Rubens und noch mehr unbekannte Italiener

Revolutionäre Druckgrafiken und der zweite Teil der „Passepartoutnotizen“ ziehen in die Grafik-Kabinette des Ferdinandeums ein.

Drei bis vier Monate bei 50 Lux: So lange dürfen die Blätter aus unserer Grafischen Sammlung im Museum gezeigt werden, bevor sie für mindestens fünf Jahre wieder lichtgeschützt im Museumsdepot in Hall weilen. An die 40.000 Grafiken liegen hier sicher verstaut in den Regalen. Nur ein kleiner Bruchteil wird jedes Jahr ausgewählt und schafft es an die Museumswand. Für die laufende Präsentation hat Ralf Bormann, Leiter der Grafischen Sammlung, den Schwerpunkt auf Reproduktionen nach Rubens gelegt. Parallel dazu präsentiert er den zweiten Teil der „Passepartoutnotizen“.

Aus Rubens’ Grafikwerkstatt

Peter Paul Rubens: Man kennt ihn als einen der berühmtesten Barockmaler. Doch Rubens führte einst auch eine Grafikwerkstatt. Hier beschäftigte er Kupferstecher, die druckgrafische Reproduktionen seiner Gemälde anfertigten. Dabei ging es dem flämischen Meister jedoch nicht um eine reine Vervielfältigung seiner Werke. Vielmehr nutzte er die Gelegenheit, um seine Bilderfindungen noch einmal zu überdenken, bevor sie in gedruckter Form verbreitet wurden. Vor allem aber trieb Rubens die druckgrafische Umsetzung seiner Werke zur Perfektion. Während andere Kupferstiche stets eine Vielzahl einzelner Linien erkennen ließen, hielt Rubens seine Mitarbeiter an, die Stiche so eng zu setzen, dass sie am Ende kaum mehr als solche zu erkennen seien. Das Ergebnis waren Grafiken, die mehr denn je ihrer gemalten Vorlage ähnelten. Eine Auswahl der Reproduktionen aus Rubens’ Werkstatt ist aktuell im Ferdinandeum zu sehen. Im Nebeneinander mit zwei Druckgrafiken, die etwas früher bzw. später entstanden sind, macht die Präsentation zudem deutlich, wie sehr die Arbeiten aus Rubens’ Werkstatt den Bilddruck revolutionierten.

Unbekannte Italiener

Neben „Reproducing Rubens“ zeigt die Grafikschau weitere Werke aus dem Projekt „Passepartoutnotizen“. Um herauszufinden, von wem eine Reihe unbekannter italienischer Zeichnungen stammt, regte Ralf Bormann einen Austausch zwischen internationalen Kunstexpert*innen an. Ergänzend werden die teils sehr kontroversen Einschätzungen der Kunsthistoriker*innen präsentiert. Wer genauer wissen möchte, wie die Meinungen zum Ursprung der Zeichnungen zustande kommen, sollte einen Blick in das Ausstellungsbuch werfen. Die Publikation gibt die sogenannten „Passepartoutnotizen“ der Expert*innen zu mehr als 100 Zeichnungen wieder und zeigt im Vergleich Gemälde und Grafiken, welche die Entscheidungen der Befragten untermauern und nachvollziehbar machen.

Jonas Suyderhoef, nach Peter Paul Rubens, Der Fall der Verdammten (Das Jüngste Gericht), 1642, Kupferstich
© TLM
3.6.2022
Elisabeth Probst, M.A.

Rubens und noch mehr unbekannte Italiener

Revolutionäre Druckgrafiken und der zweite Teil der „Passepartoutnotizen“ ziehen in die Grafik-Kabinette des Ferdinandeums ein.

Autor*in

Elisabeth Probst, M.A.

 
Portrait_ElisabethProbst_c_MariaKirchner
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