24.3.2021
3 min
Gabriele Ultsch

Wie feiert man Ostern hier und anderswo?

„Klüger als der Osterhase“ heißt die Ausstellung in 12 Mach-mit-Stationen im Tiroler Volkskunstmuseum. Sie zeigt das christliche Osterfest in einem größeren Zusammenhang. Wie entstanden die Festlegung der Feiertage, die Symbole und die Bräuche rund um Ostern? Wie unterscheiden sie sich von jenen in anderen Kulturen und inwieweit gibt es auch Entsprechungen zu Festen im Judentum und im Islam?

Verschiedene Kalender – verwandte Feste

An einer drehbaren Jahresscheibe wird deutlich, dass sich sowohl das christliche Osterfest wie auch muslimische und jüdische Feste am Mondkalender orientieren. Daran sieht man auch, wie nahe das jüdische Passah-Fest und das Osterfest zeitlich beisammen liegen. Das Osterfest der orthodoxen Kirche findet hingegen später statt, da ihre Feste nach dem ursprünglichen, julianischen Kalender berechnet werden.

 

Das Osterdatum ist der Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Im Ausstellungsbereich „Pralles Jahr“ können Besucher*innen den christlichen Jahreskalender abschreiten: Jede Bodenfliese steht für einen Kalendertag, die jeweiligen Feiertage sind benannt. Kinder und alle, die Lust dazu haben, können die 40 Werktage des Osterkreises von Aschermittwoch bis Ostersonntag mit dem Geschicklichkeitsspiel „Eierlauf mit Löffel“ erproben.

Lamm und Taube, Esel und Hase 

Verschiedene Tiersymbole begleiten die Bräuche rund um Ostern. Sie gleichen sich jedoch nicht in allen Ländern. In einem beweglichen Würfelquiz kann man erraten, welche Tiersymbole außer dem Lamm noch für Christus stehen. Einige davon sind formgebend für die süßen Backwaren zum Osterfest. In Tirol ist es das Osterlamm, in Italien gibt es die „Colomba pasquale“, einen Kuchen in Form einer fliegenden Taube.

Der Esel erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, welcher mit Palmwedel feierlich begrüßt wurde. Dieses Tier wird mancherorts noch heute bei der Prozession am Palmsonntag vor Ostern durch den Ort gezogen. Statt der biblischen Palmblätter tragen die Kinder dabei lange, mit Pflanzen und Bändern geschmückte Stangen und Sträuße, die sogenannten Palmlatten und -buschen.

Der Hase bringt nicht überall die Eier. In Australien ist es zum Beispiel ein kleines Beuteltier.

Fasten vor dem Fest

Fasten dient in allen Religionen der inneren Vorbereitung auf die Feier von Hochfesten. Es gibt aber auch religiöse Speisegesetze, die das ganze Jahr über eingehalten werden. In einem Wissensquiz gibt es darüber einiges zu erfahren: Was bedeutet „koscher“ bei streng gläubigen Juden? Wie lange dauert bei den Muslimen die Fastenzeit „Ramadan“? Was sollte man in der orthodoxen Kirche am „reinen Montag“ tun? usw.

Früher galten strenge Speiseregeln in der Fastenzeit vor Ostern. Tierische Produkte wie Fleisch und auch Eier waren verboten. Am Ostersonntag werden die Eier zusammen mit dem Osterschinken und dem Osterlamm in der Kirche geweiht.

 

Mit Stempelpass auf Eiersuche

Wer Lust bekommen hat, die 12 „Osternester“ im Tiroler Volkskunstmuseum zu suchen und mit ihren Fragen, Spielen und Informationen näher zu erkunden, hat dafür noch Zeit bis Samstag, den 10. April. Den Stempelpass erhält man an der Kassa, wo zum Schluss auch eine kleine Belohnung auf die Kinder wartet.

Die interkulturelle und interreligiöse Rätseltour eignet sich für einen gemeinsamen Ausstellungsbesuch mit Kindern ebenso wie  zum mehrsprachigen Austausch, da die Rätselfragen und Kurztexte in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch vorliegen.

All jene, die schon vorab ihr Wissen zu Ostern befragen möchten, sei unser Online Osterquiz „Klüger als der Osterhase“ zu empfehlen.

Für Kinder von 7-12 Jahren findet am Donnerstag, den 1. April ein Online-Kreativ-Workshop zu „Klüger als der Osterhase“ statt.

 

Autorin

Gabriele Ultsch

 
Gabriele Ultsch
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