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24.2.2022
5 min
Elisabeth Probst, M.A.

Ist jeder Mensch Künstler*in?

40 Quadratmeter Weiß, gleichmäßig verteilt auf 40 Rechtecke begegnen uns momentan in der Innsbrucker Innenstadt und fragen: „Ist jeder Mensch Künstler*in?“

Der Satz soll dabei mehr Aufforderung als Frage sein. Werden Sie kreativ! Die „Freiflächen für Ihre Kreativität“ laden über mehrere Wochen hinweg dazu ein, der persönlichen künstlerischen Schöpferkraft freien Lauf zu lassen. Dabei knüpft die Aktion nicht zuletzt an die Ausstellung „werden. From Michelangelo to“ im Ferdinandeum an. Am Beispiel zahlreicher Künstler*innenpersönlichkeiten spürt sie dem Prozess des Künstler*in-Werdens nach und zeigt, welche Rolle dabei den Kunstakademien zukommt.

Den „Werdegang“ unserer Poster halten wir online auf unserer Website fest – oder sie schauen direkt vor Ort in der Innsbrucker Innenstadt.

Ja, sagt Joseph Beuys

Die Ausgangsfrage der Plakataktion ist angelehnt an den Satz „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Er wird  Joseph Beuys (1921 – 1986) zugeschrieben, der mit seinen Aktionen, Installationen, Objekten und Zeichnungen zu einer der größten deutschen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts wurde. Doch was hat Beuys mit diesem Satz tatsächlich gemeint?

Jedenfalls nicht, dass jede*r von uns Maler*in oder Bildhauer*in werden soll. Beuys ging es vielmehr darum, dass jeder Mensch eine gewisse Kreativität und schöpferische Kraft in sich trägt.

Über die Bedeutung und Missverständnisse rund um Joseph Beuys Aussage diskutieren wir auch in Folge 20 unseres Podcasts „Museumsgeflüster“.

Aber Apropos Joseph Beuys …

Künstler*in werden

Joseph Beuys ist einer von vielen mehr oder weniger bekannten Künstler*innenpersönlichkeiten in der Ausstellung „werden. From Michelangelo to“ im Ferdinandeum. Entlang von zahlreichen Werken führt die Schau ihre Besucher*innen durch mehr als 500 Jahre Kunstgeschichte bis in die Gegenwart und Zukunft. Dabei spürt sie Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den künstlerischen Werdegängen nach und stellt dar, welche Rolle dabei den Kunstakademien in Florenz und Düsseldorf zukam und -kommt. Während der akademische Einfluss auf das Künstler*in-Werden in der Ausstellung zentral ist, nähert sich die Plakataktion dem kreativen Schaffen aus entgegengesetzter Richtung, indem sie jede*n dazu einlädt, kreative Ideen auf freien Flächen öffentlich zu teilen.

Freiflächen für Kreativität

Die Plakate, denen wir normalerweise in der Stadt über den Weg laufen, sind auffallend, farbig und mit Text und Bildern versehen. Bei den Postern im Rahmen unserer Plakataktion zur Ausstellung „werden. From Michelangelo to“ ist es anders. Sie sind quasi leer: weiße Flächen, jungfräulich, blank. Einzig und allein ein Schriftzug steht da: „Ist jeder Mensch Künstler*in?“

 

Was würden Sie sagen?

In Kombination mit der Frage wirkt die weiße Fläche wie eine Aufforderung. Spüren Sie das Kribbeln in den Fingern, wenn sie sie anschauen? Kommt Ihnen just eine Idee, welches Bild hier keinesfalls fehlen darf? Sehen Sie gar ein fertiges Motiv vor Ihrem Inneren Auge? Dann nichts wie ran an die Poster!

Die 40 weißen Plakate sind eine Einladung der persönlichen Kreativität freien Lauf zu lassen. Ob beim Warten auf den Bus, weil sie gerade eine Stift zur Hand hatten, spontan beim Vorübergehen oder ganz gezielt und ausgestattet mit Malutensilien, Farbe, Pinseln, Markern und Stiften: Werden Sie kreativ, teilen Sie Ihre Ideen und gehen Sie gemeinsam mit uns der Frage auf den Grund: Ist jeder Mensch Künstler*in?

Sich wandelnde Plakate

Um den gestalterischen Wandel unserer 40 Aktionsposter zu befeuern, haben wir Student*innen des Mozarteums gebeten, sich an der Aktion zu beteiligen. Wie alle anderen bringen sie ihre Ideen an zwei Terminen auf den „Freiflächen für Kreativität“ zu Papier. Wie sich die Plakate über die Wochen hinweg verändern, sehen Sie hier:

Autor*in

Elisabeth Probst, M.A.

 
Elisabeth Probst
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