Dauerausstellungen im Ferdinandeum

Heute geöffnet von 10 - 18 Uhr

Kabinetträume der Grafischen Sammlung
1. und 2. Obergeschoß

Eine Enfilade vier eigens dazu adaptierter Grafischer Kabinette im 2. Obergeschoß des Ferdinandeums dient als Schaufenster der Grafischen Sammlung in seiner gesamten Fülle. Für die zahlreichen dem niederländischen 17. Jahrhundert entstammenden Werke wurde im 1. Obergeschoß in den Niederländer-Räumen zudem ein eigenes Grafik-Kabinett eingerichtet.

Arbeiten auf Papier sind außerordentlich lichtempfindlich und können daher nicht dauerhaft ausgestellt werden. Der daher aus konservatorischen Gründen gebotene, dritteljährliche Wechsel der Sammlungspräsentationen erweist sich gleichwohl als Glücksfall, erlaubt er es uns doch, die uns anvertrauten Werke zu schützen und zugleich den Reichtum unserer Bestände Zug um Zug der Öffentlichkeit zu unterbreiten. Die Sammlung ist größtenteils unpubliziert und bildet somit einen Schatz, der noch seiner Entdeckung harrt: Allein über 1.000 italienische, rund 300 niederländische sowie ebenso viele deutsche der Renaissance, dem Manierismus und dem Barock angehörende Zeichnungen gesellen sich zu beinahe 3.000 Zeichnungen des Tiroler Barock, rund 4.000 Zeichnungen des 19. sowie 5.000 des 20. und 21. Jahrhundert. Der druckgrafische Bestand enthält etwa 12.000 Blatt.

Blick in die Grafik-Kabinette im 2. OG
© TLM
Blick in die Grafik-Kabinette im 2. OG

Dauerausstellung ÄLTERE KUNSTGESCHICHTE 
1. und 2. Obergeschoß

Die Älteren Kunstgeschichtlichen Sammlungen geben mit ihren ca. 8000 Werken einen vielfältigen Überblick über 900 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom 11. Jahrhundert bis um 1900. Jenseits von weltweit einzigartigen Objekten wie der Artuqidenschale oder Meisterwerken von Cranach, Rembrandt, Kauffmann oder Segantini umfassen die ca. 2000 Gemälde, ca. 1000 Skulpturen und mehr als 6000 kunsthandwerklichen und kunstgewerblichen Gegenstände alle Epochen der regionalen, überregionalen und internationalen Kunst und Kultur Europas.

Schwerpunkte bilden die Tiroler und die internationale Kunst des Mittelalters, die Spitzenwerke aus der Zeit Maximilians I. bzw. des 16. Jahrhunderts in Österreich und Süddeutschland, ein außergewöhnlich qualitätvoller und umfangreicher Bestand an niederländischer Malerei des Goldenen Zeitalters, herausragende Beispiele italienischer und französischer Kunst vom 14. bis 18. Jahrhundert, bedeutende regionale und überregionale Skulpturen und Gemälde des Barock, hervorragende Arbeiten des Klassizismus sowie wegweisende Vertreter der österreichischen und deutschen Historien-, Porträt-, Genre- und Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Äußerst umfangreich ist ferner der Bestand an kunsthandwerklichen, kunstgewerblichen und liturgischen Objekten aus allen Epochen und in allen Materialien.

Seit der Gründung des Ferdinandeums 1823 wurden die Älteren Kunstgeschichtlichen Sammlungen sukzessive erweitert. Das Fundament bildet ein großzügiges bürgerliches Engagement, aber von Beginn ist auch die Unterstützung durch den Adel und kirchliche Würdenträger spürbar, die den Bestand durch Stiftungen und Schenkungen bis in das 20. Jahrhundert hinein ausbauten. Leihgaben des Landes Tirol und anderer öffentlicher und privater Einrichtungen, Legate und vor allem eine kontinuierliche Ankaufstätigkeit des Museumsvereins heben auch heute noch die Qualität der Sammlung.

Ausstellungsansicht
© TLM/Johannes Plattner
Blick in die Niederländer-Räume der Älteren Kunstgeschichtlichen Sammlungen

Dauerausstellung MODERNE Sammlungen
2. und 3. Obergeschoß

Mit der „Olympia-Stiftung“ des Landes Tirol, der Landeshauptstadt Innsbruck und der Wirtschaftskammer Tirol werden seit 1965 die wichtigsten stilistischen Tendenzen der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwartskunst in exemplarischen Arbeiten von Birgit Jürgenssen, VALIE EXPORT, Maria Lassnig, Renate Bertlmann, Ashley Hans Scheirl, Jakob Lena Knebl, Dorit Margreiter, Oswald Oberhuber, Walter Pichler, Franz West, Peter Kogler, Heimo Zobernig, Heinz Gappmayr, Rudolf Stingl, Hans Schabus oder Bruno Gironcoli abgebildet.

Durch ausgewählte Ankäufe gelang es, die Sammlung um wesentliche Werke der internationalen Gegenwartskunst zu ergänzen und weiterzudenken. So gehören Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Maria Eichhorn, Elaine Sturtevant, Silke Wagner, Daniel Spoerri, Martin Kippenberger, Tobias Rehberger oder Henrik Olesen zu den Beständen der Modernen Sammlungen.

Blick in die Sammlungspräsentation, „München und Wien um 1900“
© Tiroler Landesmuseen
Blick in die Sammlungspräsentation, „München und Wien um 1900“

PRÄSENTATION DER MUSIKSAMMLUNG
2. Obergeschoß

Mit über 20.000 Schriften und Handdrucke in der Notensammlung und ca. 400 historischen Instrumenten bildet die Musiksammlung eine wahre Fundgrube für die regionale Musikgeschichte und einen sehr vielfältigen Bestand von internationaler Bedeutung.

Dauerhaft in der Schausammlung des Ferdinandeum zu sehen sind ausgewählte Streich- und Zupfinstrumente, zudem einige historische Klaviere wie der international berühmte Hammerflügel von Conrad Graf (Wien 1835). Unter den Streichinstrumenten ragen die Instrumente des legendären Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer (ca. 1620–1683) als besondere Preziosen hervor. Die Blasinstrumente stammen überwiegend aus Beständen von Tiroler Musikkapellen und umfassen einige Raritäten, etwa tiefstimmige Doppelrohrblattinstrumente des 19. Jahrhunderts.

Kuppelsaal im Ferdinandeum
© Alexander Haiden
Kuppelsaal im Ferdinandeum

Dauerausstellung ARCHÄOLOGIE
1. Untergeschoß

Die archäologische Schausammlung „Zeitreise in die Vor- und Frühgeschichte Tirols“ im Untergeschoss des Ferdinandeums bietet einen chronologischen Rundgang durch die früheste Besiedlungsgeschichte Tirols von der Steinzeit bis ins Frühmittelalter. 

In den Themenblöcken Leben, Wirtschaft, Religion, Kult, Tod und Jenseitsvorstellungen erschließen sich für die Zeit zwischen dem 30. Jahrtausend v. Chr. und dem 9. Jahrhundert n. Chr. einerseits Brücken und im Zeitstrang Kontinuitäten zum kulturellen Umfeld insbesondere zu den aufgrund der Verkehrsgeografie bedeutenden Zonen nord- und südwärts der Alpen, anderseits auch Brüche und von Umgebendem beeinflusste kulturelle Eigenständigkeit, zum Beispiel mit lokaler Mode oder Keramik.

Highlights aus der Stein-, Bronze-, Eisen-, Römerzeit und dem Mittelalter vermitteln dabei nicht nur den aufgrund der Lage Tirols „im Herzen der Alpen“ überregional bedeutenden archäologischen Sammlungsbestand in einem Ausschnitt; sie belegen auch, dass der Alpenhauptkamm nach der letzten Eiszeit zu keiner Zeit Barriere für den Transfer bzw. Austausch von materiellen Gütern und geistigen Vorstellungen war.

In der Dauerausstellung im Zeughaus symbolisiert die Ausstellungsarchitektur die Hügelkuppe als typischen prähistorischen Siedlungsplatz und die Gehstraße einen Sondierungsschnitt auf einer Grabung. Die Vitrinen und herausziehbaren Schubladen sind wie Fenster in unterschiedliche Zeiten, Befunde und Funde – speziell mit Bezug zum prähistorischen Bergbau auf Kupfererz in den Tiroler Lagerstätten.

Blick in die Ausstellung: Archäologie und Frühgeschichte
© Alexander Haiden
Blick in die Ausstellung Archäologie und Frühgeschichte